Im Gegensatz zu Slopestyle-Contests sind solche im Pulver recht spärlich gesäht. Der Kick the Vik Freeride Contest versucht diese Lücke zu füllen. Die dritte Auflage dieses Events war bereits nach nur drei Tagen ausgebucht. Dies zeugt davon, dass ein grosses Interesse an solchen Contests vorhanden ist. Nicht nur hierzulande, denn nebst einheimischen Powderjunkies konnten sich auch Österreicher, Franzosen und Norweger einen der lukrativen Startplätze ergattern. Das international gut durchmsichte Teilnehmerfeld traf sich dann am 12. März auf dem Oberalppass, um gemeinsam einige der umliegenden Gebirgsflanken zu durchpflügen.
Kick the Vik
Photos: by Stefan Schlumpf
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Beim Kick the Vik geht es aber nicht in erster Linie darum, sich mit anderen Freeridern zu messen. Vielmehr steht der Spass am Berg, die gute Stimmung untereinander aber auch ein ökologischer Grundgedanke im Zentrum. Die Aufstiege erfolgen nämlich allesamt zu Fuss und selbstverständlich werden auch Zigarettenstummel nicht weggeworfen, sondern eingepackt. Ob auch das Unterlassen des Duschens aus ökologischen Wasserspargründen geschah sein nun einmal dahingestellt, jedenfalls wurden die drei Tage auf dem Berg zu einem Festspiel der Körpergerüche…
In zweiter Linie gehts dann aber um sie selbst: Um die Linie. Um diejenige nämlich, welche man vom Gipfel ins Tal in den Schnee zeichnete, zwischenzeitig durch Felsen unterbrach oder gekonnt durch Couloirs lenkte. Am ersten Tag wurde die Ostflanke des Rossbodenstockes zum Spielplatz des kreativen Zeichnunsterrichtes. Nach intensivem Studium der eigenen Abfahrtslinie droppte einer nach dem anderen in den Hang, gefilmt von Kameramännern und scharf beobachtet von den anderen Fahrern. Die günstige Lawinensituation, das perfekte Wetter und die obligatorische Sicherheitsausrüstung erlaubten ein Befahren von praktisch allen möglichen Linien.
Den Berg umgeackert, das Adrenalin ausgeschüttet und mit Bildern im Kasten trat die illustre Gesellschaft dann den Weg zur » Maighels-SAC-Hütte an, welche während dieser Tage als Basecamp beschlagnahmt wurde. Bestens verpflegt warfen sich alle recht bald auf die Pritschen, denn nach einigen miesen Stunden Schlaf mit Schnarchbegleitung galt es in aller Herrgottsfrühe einen weiteren Berg zu erklimmen.
Dass ein Berg von unten nicht gleich aussieht wie von oben zeigte sich dann am Piz Purtgera. Trotz Feldstecher und Digitalkamera fanden nur wenige den Einstieg in das grosse Schneefeld in der Hangmitte. Fabian Lentsch, der Vorjahressieger, schaffte dieses Kunststück zwar, stürzte dann aber spektakulär im unteren Teil. Andere Fahrer taten dies ebenfalls, manche verloren so unglücklich den Ski, dass dieser den Rest des Hanges im Alleingang bewältigte und dadurch zu Einbeinschwüngen zwang.
Übermotivierte zogen anschliessend gleich den nächsten Hang hoch, während andere und insbesondere das Kamerateam direkt zurück zum Basecamp zog, wo es die Linien fürs Riders-Voting vorzubereiten galt. Nach einem weiteren leckeren Nachtessen war es dann soweit und die Grossleinwand zeigte, was in den letzten beiden Tagen alles abging. Cliffs, Sprays, Couloirs, Stürze, Sackgassen, Straighlines. Stimmzettel wurden ausgefüllt und in die Urne gelegt. Am nächsten Morgen wurde folgendes verkündet:
1. Rang: Michael Jurt
2. Rang: Alexander Christensen
3. Rang: Armin Beeli
4. Rang: Marco Tribelhorn
5. Rang: Michael Trojer
Gewinnerin Damen: Linda Camathias.
Doch der Contest ist noch nicht abgeschlossen! Die Videos aller Fahrer werden ende Woche auf » World Wide Mountain hochgeladen, wo auch ein Public Voting für die beste Linie stattfinden wird.
Und für alle die nächstes Jahr auch auch dabei sein wollen: seid schnell. Denn vielleicht ist der Event schneller ausgebucht als das letzte U2 Konzert im Hallenstation (da hat’s glaub ich 12 Minuten gedauert).

